23 September, 2014

Kanton Basel Stadt will schweizweites geregeltes Rechtsabbiegen bei Rot für Radler

Turning right with red light should become legalized in Switzerland

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Der Kanton Basel Stadt testete an vier Kreuzungen das geregelte Rechtsabbiegen für Radler bei Rotlicht. Nach Abschluß einer einjährigen Testphase empfehlen die Basler die Regelung auf die gesamte Schweit auszudehnen. 

Das Basler Bau- und Verkehrsdepartement beantragte beim Bundesamt für Straßen den bisherigen Verkehrsversuch auszudehnen. Zusätzlich soll die Signalisationsverordnung geändert werden, damit die neue Regelung dauerhaft schweizweit eingeführt werden kann. Die Basler hatten während der einjährigen Versuchsphase keine sicherheitsrelevanten Risiken feststellen können. Die vier eingerichteten Pilotkreuzungen waren bezüglich Konflikten und Unfällen unauffällig.

In Basel zeigte sich, dass die Velofahrenden an den Kreuzungen Steinengraben/Kanonengasse, Steinengraben/Leonhardsstrasse sowie Klingelbergstrasse/Schanzenstrasse die Möglichkeit, bei Rot rechtabzubiegen, rege genutzt haben. Und auch die erlaubte Veloquerung bei Fussgängergrün an der Kreuzung Mülhauserstrasse/Elsässerstrasse fand guten Zuspruch.
Die liberale Verkehrsregelung dieser Versuche führte zu deutlich weniger Konflikten zwischen Velos und Motorfahrzeugen und fand auch bei Fussgängern eine gute Akzeptanz. Unfälle gab es keine. Autofahrer profitieren insofern davon, dass bei grüner Ampel keine Velos die Weiterfahrt verzögern, da diese bereits bei Rot fahren durften. Zudem wurden an den vier Kreuzungen tendenziell – insbesondere mit einem zuführenden Radstreifen – weniger Verstösse gegen die Verkehrsregeln beobachtet, als in der Vergleichsperiode vor der Einführung des Pilotversuchs.
Aus diesen Gründen will das Bau- und Verkehrsdepartment beim Bundesamt für Strassen beantragen, den Pilotversuch auszudehnen und zu verlängern. Es gilt abzuklären, ob die neuen Regelungen auch nach Demontage der orangen Informationstafeln vor Ort verstanden werden und wie sie sich über einen längeren Zeitraum auswirken. Zeitgleich beantragt das Bau- und Verkehrsdepartment in Absprache mit dem Justiz- und Sicherheitsdepartement beim Bund die notwendige Änderung der Signalisationsverordnung, damit die Verkehrsregelung des Pilotversuchs dauerhaft angewendet werden kann. 

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Laut Basler Zeitung dämpft das Bundesamt für Straßen (Astra) die Hoffnungen des Kanton Basel für eine dauerhafte und schweizweite Regelung. Die Experten des Astra zweifelten die Wissenschaftlichkeit des Basler Verkehrsversuchs an. Dagegen zeigten sich die Städte Zürich und Bern sehr interessiert an dem Basler Modell.



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Kampfhupen und Kampfdrängeln auf der Hoheluftchaussee

Aggressive car drivers along Hoheluftchaussee

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Hoheluftchaussee / Itzehoer Straße im August noch mit Radwegzwang

Es kam wie es kommen musste: Seit 1998 hatte die Straßenverkehrsbehörde zu Unrecht eine Radwegbenutzungspflicht entlang der Hoheluftchaussee angeordnet. Die zuständige Straßenbaubehörden hatten allerdings bislang versäumt der Radwegbenutzungspflicht entsprechende Radverkehrsanlagen einzurichten. Ein Radfahrer hatte kein Verständnis für das Aussitzen dieses Problems und klagte gegen die Verkehrsdirektion bzw. die Freie und Hansestadt Hamburg. Vor einigen Wochen hatte der Kläger sein Recht vor dem Hamburger Verwaltungsgericht bekommen. Der Radwegzwang musste weg.


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Hoheluftchaussee / Itzehoer Straße im September ohne Radwegzwang

Heute gibt es den Radelzwang stadteinwärts nur noch auf den letzten wenigen Metern vor der Bismarckstraße und stadtauswärts ab Abendrothsweg bis Breitenfelder Straße, vermutlich wegen nicht angepasster Räumzeiten der nachfolgenden Lichtzeichenanlagen.


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Hoheluftchaussee Eppendorfer Weg im August mit Radwegzwang

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Hoheluftchaussee Eppendorfer Weg im September ohne Radwegzwang

Das Radeln auf der Fahrbahn ist jedoch nicht unbedingt angenehm. Aggressive Autofahrer veruschen ihre eingebüsste Vormachtstellung auf der Fahrbahn mit andauerndem Hupen, Drängeln und Abdrängen zu verteidigen. Offensichtlich sind einige Autofahrer mit diesem abnormen Verhalten nicht für die Teilnahme am Straßenverkehr geeignet. Als kleiner Fingerzeig wäre vielleicht die Aufstellung von Schildern, die auf die aufgehobene Radwegbenutzungspflicht hinweisen, hilfreich. Eventuell lässt sich dadurch wenigstens ein Teil der aggressiven Autofahrer belehren.


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Mit diesen Schildern wies München auf die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht hin. Der Bezirk Hamburg-Nord hat beschlossen ähnliche Schilder einzusetzen

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Stadtauswärts hat es Radwegzwang noch von Abendrothsweg bis Breitenfelder Straße

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Stadteinwärts hat es Radwegzwang kurz vor der Bismarckstraße


Kampfszenen auf der Hoheluftchaussee

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Stadteinwärts müssen spätestens ab Haus-Nr. 145 alle Radler ab dem elften Lebensjahr auf die Fahrbahn wechseln. Der Radweg ist seit Monaten wegen Baustelle unterbrochen

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Andere Perspektive beim Warten vor der Ampel am Eppendorfer Weg

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Ab hier Verfolgung durch einen aggressiven Dauerhuper - hat der der Anblick des sportlichen Radlers auf dem "Radweg" zu aggressivem Verhalten beigetragen?

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Der Kampffahrer überholt mit minimalem Seitenabstand und weiterhin kampfhupend bei Haus-Nr. 53

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Vor der Baustelle bei Haus-Nr. 25 konnte der Aggressor überholt werden, anschließend gab es wiederum eine Verfolgung mit Dauerhupen und Drängeln bis zur Hoheluftbrücke



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22 September, 2014

Papenhuder Straße: Zwischen Populismus und Wahrheit

Papenhuder Straße: Between populism and truth


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Populismus und Wahrheit: "Breiter Gehweg" in der Papenhuder Straße

In wenigen Wochen soll die Papenhuder Straße zwischen Mundsburger Brücke und Hofweg für den Rad-, Bus und Fußgängerverkehr optimiert werden. Die Gegner, allesamt Verfechter des Automobilismus, stellen immer neue unwahre Behauptungen auf, um den autogerechten Zuschnitt des Straßenraums zu verteidigen. Neben der CDU haben sich mittlerweile auch die FDP und eine Initiative "Unser Uhlenhorst" gegen die Umgestaltung der Straßen eingenordet. Laut Uhlenhorster Wochenblatt beklagt ein Anwohner, dass "der Radweg vom breiten Fußweg auf die Straße verlegt werden" soll. Tatsächlich ist der Gehweg abschnittsweise nur ein Meter breit, bei Sondernutzungen stellenweise noch schmaler. Fußgänger können sich dort nicht einmal begegnen oder nebeneinander gehen.


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Mit solchen "Radwegen" und "Gehwegen" soll laut FDP der gesamte Verkehr beschleunigt werden

Die FDP behauptet, dass "Radfahrer zukünftig zwischen benutzungspflichtigen Radweg und Radfahrstreifen wechseln" müssten. "Studien zur Sicherheit entsprechender Verkehrsführung für den Standort Papenhuder Straße" lägen nicht vor. Tatsache ist aber, dass es Schutzstreifen geben soll, die nicht benutzungspflichtig sind. Ein Wechsel zwischen benutzungspflichtigem Radweg und Radfahrstreifen ist garnicht vorgesehen. Zudem ist es fragwürdig, vor einer Verkehrsplanung eine Studie anzufertigen, die die Erfahrungen mit der eigentlich geplanten neuen Verkehrsführung untersuchen soll. Offenbar will auch die FDP wie die CDU die vorhandenen zu schmalen Fake-"Radwege" belassen wie sie sind, damit als eigentliches einziges Ziel so viele Stehzeuge wie möglich im Straßenraum Platz finden. Das widerspricht allerdings dem eigenen Anliegen der FDP nicht nur den Busverkehr, sondern den gesamten Vekehr beschleunigen zu wollen. Denn die Stehzeuge blockieren den Verkehrsfluss.

Wir wollen den gesamten Verkehr beschleunigen, nicht nur einzelne Busse. 

Versteht die FDP unter Verkehr letztendlich nur Autoverkehr? Mit der Verlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn und zukünftig breiteren Gehwegen werden sowohl der Rad- als auch der Fußgängerverkehr beschleunigt. Die Verbreiterung der Fahrgasse trägt zu einem verbesserten Verkehrsfluss sowohl für den motorisierten Verkehr einschließlich des ÖV als auch des Radverkehrs bei.


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Links "Radweg", rechts "Gehweg"


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Große Elbstraße: Neuer unsichtbarer "Radweg" wird für neue Konflikte mit Fußgängern sorgen

Große Elbstraße: New invisible "cycle track" will cause new conflicts with pedestrians

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Große Elbstraße: Radwegdesign


Erst letzte Woche wurde mit der Veröffentlichung des Innenstadtkonzepts angekündigt, dass der berüchtigte unsichtbare "Radweg" am Jungfernstieg durch einen sichtbaren Radfahrstreifen ersetzt werden soll. In Altona dagegen entsteht derzeit ein ganz neuer unsichtbarer Radweg in der Großen Elbstraße. Im Verlauf des Elberadwegs hat es am Holzhafen und an der Fischauktionshalle demnächst Bereiche, die für Fußgänger (und Radfahrer) nicht als Radwege erkennbar sind. Die damit verbundenen und durch das Beispiel Jungfernstieg längst bekannten Probleme konnten den Bezirk Altona nicht davon abhalten neue schlechte Fake-"Radwege" zu bauen.


Das ultimative "Radweg"-Design im Bezirk Altona

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Wer käme darauf, dass der Radweg hier nicht endet?

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Wer genauer hinschaut: Kleine verborgene Steinchen scheinen auf einen nahezu unsichtbaren Radweg hinzuweisen

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Das ultimative "Radweg"-Design im Bezirk Altona

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Wie fahrradfreudlich sind Deutschlands Städte? Fahrradklima-Test des ADFC startet übermorgen

Cycle-friendly Germany? Cycle climate survey of ADFC will start soon

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2014 wird es wieder einen bundesweiten Fahrradklimatest haben. Ab dem 24. September bis zum 30. November können Radler zum sechsten Mal beim ADFC den bekannten Fragebogen ausfüllen. Die Auswertung soll 2015 in Berlin vorgestellt werden.

Der Fahrradklima-Test hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Indikator der Fahrradfreundlichkeit in Deutschland entwickelt. Bei der letzten Umfrage 2012 landete Hamburg unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern an 34. Stelle. Nur Bochum, Mönchengladbach, Wiesbaden und Wuppertal waren schlechter.

Hat Hamburg in den letzten zwei Jahren geschlafen oder spürbare Verbesserungen erreicht?

2012 ärgerten sich Hamburgs Radfahrer unverändert am meisten über Kampfparker auf Radwegen (Note 5,38 - 2005: 5,37; 2003: 5,64). Mangelhaft wurden zudem die unzureichende Breite der Radwege (5,37), erschütternde Oberflächen der Radwege (5,34), unangepasste Ampelschaltungen (5,26), fehlender Winterdienst auf Radwegen (5,22), seltene Reinigung der Radwege (5,16) und zahlreiche Hindernisse auf Radwegen (5,02) bewertet.

Die beste Note gab es für das Fahrradleihsystem StadtRAD (1,97). Keine andere Stadt übertraf Hamburg mit der Bewertung beim öffentlichen Leihfahrrad. Weitere Pluspunkte: Mit der Anzahl geöffneter Einbahnstraßen (3,04) und der Fahrradmitnahme beim HVV (3,31) waren die Hamburger recht zufrieden. Bei der Fahrradmitnahme lag Hamburg deutlich vor München (Note 4,52), Berlin (Note 4,87) und Köln (Note 4,35) und hatte damit unter den Millionenstädten mit großen Schnellbahnnetzen den besten Platz.


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